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Berliner Biographieservice - Inhaberin: Marianne Hollmann-Wobschall

 

Lesetipps

 

Wer selbst Autobiographien und Biographien schreibt, der liest natürlich auch gern welche.

Auf den folgenden Seite finden Sie eine Aufstellung von Autobiographien und Biographien, die aus meiner Sicht lesenswert sind. Ein paar empfehlenswerte Romane mit stark (auto)biographischem Hintergrund habe ich ebenfalls in die Liste aufgenommen.

Diese Liste wird in unregelmäßigen Abständen ergänzt/überarbeitet. Wenn dies mal wieder erfolgt ist, erfahren Sie es durch eine Notiz in meinem Blog.

Falls Sie nach einem bestimmten Autor/einer Autorin suchen, so klicken Sie auf den Anfangsbuchstaben seines Namens. Die Biographien habe ich allerdings überwiegend auch dem Anfangsbuchstaben des Namens der beschriebenen Person/Personen zugeordnet, weil ich den wichtiger fand als den der Autoren. Letzere mögen mir dies bitte nicht nachtragen.

 

 

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | Y | Z

 

 

A

Albrecht, Erwin F. B.:

Dackelmann

Ein Hund erzählt einem Schriftsteller sein Leben. Und der schreibt es auf. Gewissermaßen eine „Dackelautobiographie“ als Auftragswerk!

 

Allende, Isabell:

Paula

Die Lebenserinnerungen von Isabell Allende und die Geschichte ihrer Familie – aufgeschrieben am Krankenbett ihrer Tochter Paula, die im Koma liegt.

Ein sehr bewegendes Buch.

 

 

B

de Beauvoir, Simone:

Ein mit großer Aufrichtigkeit und beeindruckender Sprache erzählte Autobiographie in vier Bänden.

1. Memoiren einer Tochter aus gutem Hause

In diesem Buch erzählt die Schriftstellerin über ihre Kindheit und Jugend bis zu ersten Begegnungen mit Sartre.

2. In den besten Jahren

Hierin geht es um die Zeit von ihrer Abschlussprüfung als Lehrerin bis zum zweiten Weltkrieg.

3. Der Lauf der Dinge

Beginnend mit dem Ende des Krieges beschreibt S. de Beauvoir ihre Beziehung mit Sartre, ihre Liebesaffairen, ihre Freundschaften, ihre Zerwürfnisse, ihre Reisen ...

4. Alles in allem

Erinnerungen vor allem an die 60er-Jahre bis zum Beginn der 70er.

 

Bernhard, Thomas:

Die Autobiographie

 - Die Ursache

 - Der Keller

 - Der Atem

 - Die Kälte

 - Ein Kind

Für Freunde von Thomas Bernhard sind die fünf Bände seiner Autobiographie natürlich ein Muss, für alle anderen dürfte die Beschäftigung mit dieser Lektüre wohl eher ein wenig gewöhnungsbedürftig sein.

Ich gestehe, ich habe Thomas Bernhard erst sehr spät kennengelernt. Schade um jeden Tag, an dem ich ihn nicht kannte. Selbst an die meterlangen Schachtelsätze habe ich mich schnell gewöhnt und sie letztendlich sogar lieben gelernt. Auch diese Autobiographie ist ein echter Bernhard: Man erwartet reichlich Aufschluss über seine Person, bekommt aber weniger Dokumente seines Lebens, sondern „nur“ vollendete Literatur.

 

Bosetzky, Horst:

Brennholz für Kartoffelschalen (Roman)

(beschreibt die Zeit von 1946 bis 1952)

Capri und Kartoffelpuffer (Roman)

(1952 bis 1957)

Champagner und Kartoffelchips (Roman)

(1957 bis 1970)

Quetschkartoffeln und Karriere (Roman)

(1970 bis 1981)

Küsse am Kartoffelfeuer (Roman)

(1981 bis 2000)

Bratkartoffeln oder Die Wege des Herrn (Roman)

(ab 2000)

Die unendliche Geschichte von Manfred Matuschewski, hinter dem sich der Krimiautor Horst Bosetzky verbirgt.

Ich gestehe, dass ich die letzten beiden Bände noch nicht gelesen habe, der Vollständigkeit halber aber das gesamte Werk dennoch aufführen möchte. Mir gefällt Bosetzkys Schreibe. Der Mann hat Humor und beschreibt als geborener Neuköllner und Schmöckwitz-Fan sowie als Wilmersdorfer und Frohnauer Einwohner seine ganz besondere Liebe zu Berlin. Das hat was!

 

Braach, Mile:

Rückblende (Erinnerungen)

Erzähltes Leben vom Kaiserreich bis zur Gründung der Bundesrepublik – mit einem Nachtrag aus dem Jahre 1992.

Erinnerungen einer Neunzigjährigen – aufgeschrieben für ihre Urenkel und angereichert mit zahlreichen Fotos, amtlichen Schreiben, Zeugnissen, Briefen und anderen Schriftstücken.

Ein gelungenes Beispiel dafür, welchen Einfluss die „große“ Politik auf die „kleinen“ Leute haben kann.

 

de Bruyn, Günter:

Zwischenbilanz (Autobiographie)

Die Jugend des Schriftstellers (geb. 1926) in Berlin.

und

Vierzig Jahre (Autobiographie)

Das Leben des Schriftstellers in der DDR.

ehrlich, schnörkellos, spannend – ein literarisches Ereignis!

 

 

C

Casanova, Giacomo:

Geschichte meines Lebens

Casanova wird leider häufig auf den Frauenverführer und Kenner erotischer Finessen reduziert. Dabei war er auch Abbé, Diplomat, Musiker, Theaterdirektor, Alchimist, Geschäftsmann, Spieler, Gefangener in den Bleikammern, dem venezianischen Staatsgefängnis, und ein talentierter Schriftsteller, der uns mit seinen Memoiren ein farbenfrohes Bild des Lebens im 18. Jahrhundert hinterlassen hat.

Ein Klassiker!

 

Die Comedian Harmonists (Biographie) von Eberhard Fechner

Sechs Lebensläufe und die Geschichte der berühmten Gesangssgruppe. Mit Fotos, Interviews, Liedtexten, Zeitungsausschnitten und der kompletten Discographie!

 

Hedwig Courths-Mahler (Biographie) von Andreas Graf

Aus der wunderbaren Reihe „dtv portrait“ eine weitere gut recherchierte Biographie – für mich die beste, die es über HCM gibt. Lesenswert auch für alle, die die Bücher der Courths-Mahler nicht mögen. Denn das Leben dieser für ihre Zeit außergewöhnlichen Frau war alles andere als ein Groschenroman!

 

 

D

Dönhoff, Marion Gräfin:

Kindheit in Ostpreußen (Erinnerungen))

Großartige Schilderung der verlorenen Kindheit in einem verlorenen Land und ein interessanter Einblick in die damalige Welt des Landadels.

 

 

E

Ernst, Hans:

Die Hand am Pflug (Autobiographie)

Das Leben des bayerischen Heimatschriftstellers vom armen Münchener Jungen über den Bauernknecht bis zum Schauspieler im Bauerntheater und Romanautor

Eine Autobiographie der etwas anderen Art: ungekünstelt, humorig, mit bayerischem Dialekt gewürzt.

 

Erpenbeck, Jenny:

Heimsuchung (Roman)

Die Geschichte eines Hauses - dargestellt an den Schicksalen seiner Bewohner.

Zwölf beeindruckende, teils beklemmende Lebensgeschichten. In einer davon geht es um die Schriftstellerin Hedda Zinner, die Großmutter der Autorin.

 

 

F

Leben und Tode des Hans Fallada (Biographie) von Tom Crepon

sehr ideologisch

 

Fallada, Hans:

Damals bei uns daheim (Roman)

Falladas Erinnerungen an seine Kindheit, Schulzeit und Jugend im Berlin des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Angeblich soll der Inhalt nicht so ganz der Wahrheit entsprechen. Das Vergnügen beim Lesen wird dadurch aber nicht gestört.

 

Fallada, Hans:

Heute bei uns zu Haus (Roman)

Die Erinnerungen des Schriftstellers an die Zeit von 1929 und 1942.

Fallada schreibt selbst über dieses Buch: „Manche Gestalt ist aus zwei, manche aus fünf Menschen zusammengesetzt, denen ich einmal begegnete; machen ist auch völlig erfunden, ganz zu schweigen, von all den erdachten ‚Pointen’, die das Leben uns meist vorenthält, während sie doch der Leser vom Bücherschreiber erwartet.“

Das Buch ist vergnüglicher zu lesen, als Falladas Leben zu dieser Zeit tatsächlich war. Wenn er das bezweckte, soll es so sein.

 

Mehr Leben als eins (Fallada-Biographie) von Jenny Williams

Aus meiner Sicht die unterhaltsamste und interessanteste Biographie über Hans Fallada.

 

Hans Fallada Sein großes kleines Leben (Biographie) von Werner Liersch

ein gelungener Lebensbericht

 

Erica Fischer:

Aimée und Jaguar

Die Liebesgeschichte zwischen Lilly – Hausfrau und Mutterkreuzträgerin – und der Jüdin Felice. Nach einer wahren Begebenheit.

Der Film ist wunderschön, aber das Buch ist noch besser. So wurden u. a. die Charaktere der beiden Frauen von Erica Fischer viel stärker herausgearbeitet. Felice wird zum Beispiel weicher, liebevoller, reifer beschrieben.

 

Forlani, Remo:

Die Streunerin

Eine Pariser Katze erzählt, wie sie im Dschungel der Großstadt nach der großen Liebe sucht. Bewegende „Lebensgeschichte einer frechen Kätzin“ - in deftigem Kätzisch aufgeschrieben!

 

 

G

Gilbreth-Carey, Ernestine und Gilbreth, Frank B.:

Im Dutzend billiger (Roman)

Aus Kindern werden Leute (Roman)

Mit diesen beiden biographischen Romanen haben die Autorin und ihr Bruder ihrer Familie – Vater, Mutter und zwölf Kinder - ein Denkmal gesetzt.

Ich habe diese Bücher schon als Kind mit großem Vergnügen gelesen. Amüsant und kurzweilig!

 

von Goethe, Johann Wolfgang:

Dichtung und Wahrheit

Erste moderne Autobiographie eines deutschen Dichters, gleichzeitig als größte deutsche Autobiographie bezeichnet, andererseits jedoch vom führenden Goethe-Experten Karl O. Conrady abgelehnt.

„Aus meinem Leben“ lautet der eigentliche Titel. Goethe erzählt hier – weder chronologisch noch thematisch geordnet – über die Zeit von seiner Geburt bis zum 26. Lebensjahr.

Man sollte unserem ollen Goethe posthum schon den Gefallen tun und seine eigenhändig aufgeschriebenen Kindheits- und Jugenderinnerungen mal lesen.

 

Christiane und Goethe (Biographie) von Sigrid Damm

Die Autorin schildert den „Bettschatz“ Christiane als mutige, tüchtige, liebenswerte Person und zeigt dagegen den großen Dichterfürsten in einigen seiner Lebensphasen durchaus auch mal als Mann voller Furcht und Tadel!

Für mich ein Dauerbestseller unter den Biographien. Wer sein Wissen über den Menschen und Mann Goethe erweitern möchte, muss dieses Buch lesen.

 

Grisebach, Agnes-Marie:

Frauen im Korsett (Biographie)

Lebensbeschreibung von Louise Grisebach und Amalie Hassenpflug – zwei Bürgertöchter, die im 19. Jahrhundert lebten, mit Persönlichkeiten wie den Brüdern Grimm, Clemens Brentano und Annette von Droste-Hülshoff verkehrten und nicht nur ihre Sehnsüchte, Gefühle und Talente in ein „Korsett“ pressen mussten.

 

 

H

Hahn,Ulla:

Das verborgene Wort (Roman)

Kindheit und Jugend eines Mädchens im Rheinland der fünfziger Jahre.

Stark autobiographisch. Anrührend, poetisch, mit hervorragenden Milieustudien. Ich liebe dieses Buch!

 

Hahn Beer, Edith/mit Susan Dworkin:

Ich ging durchs Feuer und brannte nicht (Erinnerungen)

Die außergewöhnliche Geschichte einer Jüdin, deren Leben durch die Heirat mit einem überzeugten Nazi gerettet wurde.

Ein fast unglaubliches, aufregendes Buch, deren ideller Wert durch zahlreiche Fotos, Briefe und andere Dokumente noch gesteigert wird.

 

 

I

 

 

J

Johannis, Ingrid:

Das siebente Brennesselhemd (Tagebuchaufzeichnungen)

Ostberlin, 80er-Jahre, eine alleinerziehende Mutter, Mitte 30, beschreibt schnörkellos ihr Alkoholproblem, ihre Einsamkeit, ihre Träume und Hoffnungen ...

 

Junge, Traudl/unter Mitarbeit von Melissa Müller:

Bis zur letzten Stunde (Erinnerungen)

Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben

Eine großartige Arbeit - vor allem der Autorin Melissa Müller, die aus Frau Junges Erinnerungen ein einzigartiges historisches Dokument gemacht hat.

Nicht nur der Film ist gut – das Buch lohnt sich auch.

 

 

K

Kästner, Erich:

Als ich ein kleiner Junge war (Autobiographie)

Kästners Kindheitserinnerungen.

Eine Liebeserklärung an seine Mutter, voller Charme und Klugheit. Ein Klassiker!

 

Kempowski, Walter:

Deutsche Chronik, 9 Bände

Eine wunderbare Zeit-Collage.

Die Bände sind für meinen Geschmack zwar nicht alle gleich gut geschrieben, doch es lohnt sich auf jeden Fall,zumindest folgende Bücher – und auch in dieser Reihenfolge – zu lesen:

Teil I Aus großer Zeit (Roman)

Teil IV Tadellöser und Wolff (Roman)

Teil V Uns geht’s ja noch gold (Roman)

Teil VII Ein Kapitel für sich (Roman)

 

Knef, Hildegard:

 - Der geschenkte Gaul (Bericht aus einem Leben),

 - Das Urteil (autobiographischer Bericht)

Mit ihrer Autobiographie und dem Bericht über ihre Krebserkrankung hat Hildegard Knef den Beweis erbracht, dass sie nicht nur spielen und singen, sondern auch schreiben kann.

Der geschenkte Gaul gilt als das international erfolgreichste Buch eines deutschen Autors seit 1945.

Offene, uneitle, selbstkritische Lebensbeschreibungen

 

Krug, Manfred:

Mein schönes Leben (Autobiographie)

Krug schreibt gut. Und dass er rund 450 Seiten benötigt, um lediglich die ersten 18 Jahre seines Lebens zu beschreiben, macht ihm so schnell wohl auch keiner nach. Zusätzlich erzählt er in zwanzig „Stücken“, die er in seinen autobiographischen Text einfügt, das Leben seiner Urgroßmutter Johanna. Clever gemacht!

 

 

L

Lentz, Georg:

Muckefuck (Roman)

Molle mit Korn (Roman)

Weiße mit Schuss (Roman)

Eine Berlin-Trilogie, in der aus der Sicht eines Jungen das Leben in der Laubenkolonie „Tausendschön“ beschrieben wird.

Der erste Band erzählt über eine Jugend in Nazi-Berlin. Im zweiten Band ist der Krieg zwar überstanden, aber das Leben ist dadurch nicht einfacher geworden. Und im dritten Band geht es um das „Wirtschaftswunder“ in den fünfziger Jahren.

Dichte, bildhafte Schilderung, witzig und ein bisschen melancholisch.

 

Runge, Manuela/Lukasch, Bernd:

Erfinderleben (Biographie)

Die gut erzählte Geschichte der Brüder Otto und Gustav Lilienthal, dem ersten erfolreichen Flieger und dem tüchtigen Baumeister und Erfinder des Modellbaukastens

Für mich war besonders interessant, dass in Eden bei Oranienburg (meinem Geburtsort) heute noch Häuser aus den von Gustav Lilienthal entwickelten Zement-Hohlsteinen stehen, die allerdings so viele Mängel zeigten, dass die Produktion bald wieder eingestellt werden musste.

 

 

M

Breloer, Heinrich:

Die Manns: Ein Jahrhundertroman

Nicht nur ein wunderbarer Film, sondern auch ein aufschlussreiches Buch über Thomas, Katia, Erika, Klaus, Monika, Golo, Michael und Elisabeth.

 

Und wer danach immer noch nicht genug hat von der Familie Mann, der lese noch Marianne Krüll: Im Netz der Zauberer

Eine andere Geschichte der Familie Mann (Biographie)

und

Katia Mann: Meine ungeschriebenen Memoiren (Erinnerungen)

Aufgeschrieben und herausgegeben von Elisabeth Plessen und Michael Mann nach Interviews mit Katia Mann

und

Klaus Mann: Der Wendepunkt (Ein Lebensbericht)

Ein wichtiges Zeitdokument über die Literatur- und Kunstszene im Deutschland der 20er-Jahre und das Leben der deutschen Intellektuellen während des Exils im 2. Weltkrieg

 

Die Rache der alten Mamsell (Lebensroman) von Schenk, Herrad:

Eine sehr reizvolle Biographie: Im Wechsel werden gut recherchierte Fakten mit Erdachtem und Erfundenem kombiniert, denn aus dem Leben der einst so berühmten Gartenlaube-Autorin Eugenie Marlitt ist nicht sehr viel überliefert.

 

McCourt, Frank:

 - Die Asche meiner Mutter (Kindheitserinnerungen)

Die schonungslos realistische Beschreibung einer entbehrungsreichen irischen Kindheit in den 30er- und 40er-Jahren.

Eine Autobiographie, die einen nicht mehr loslässt. Geschrieben von einem Mann, der vor Veröffentlichung dieses Buches völlig unbekannt war. Und dessen Erinnerungen dann zu Recht preisgekrönt wurden.

 

 - Ein rundherum tolles Land

Der zweite Band der Erinnerungen von Frank McCourt, in denen er seine Ankunft und seinen allmählichen beruflichen und sozialen Aufstieg in Amerika schildert.

 

 - Tag und Nacht und auch im Sommer

Im dritten Band seiner Lebenserinnerungen erzählt Frank McCourt von seinen Erlebnissen als Lehrer in New York. Er hat diesen Beruf dreißig Jahre ausgeübt. Aber er verschweigt auch nicht das Scheitern seiner Ehe und den misslungenen Versuch zu promovieren.

 

 

N

Nelken, Dinah:

Das angstvolle Heldenleben einer gewissen Fleur Lafontaine (Roman)

Dieser biographische Roman erzählt die Geschichte der Titelheldin und zugleich die einer Berliner Familie von der Jahrhundertwende bis in die fünfziger Jahre.

Großartiges Zeitpanorama mit plastischen Gestalten und milieuechten Details

 

Novak, Helga M.:

Die Eisheiligen (Roman)

Ein sehr ehrlicher und stark autobiographischer Text, der Mut macht, sich der nicht immer einfachen Erinnerungsarbeit zu stellen. Die Kindheit wird hier mal nicht als etwas überwiegend Schönes, Glückhaftes beschrieben!

 

 

O

Oberthür, Irene:

Mein fremdes Gesicht (autobiographische Skizze)

Diese als Erzählbericht ausgewiesene Geschichte wurde nach einer wahren Begebenheit aufgeschrieben. Eine junge Frau überlebt einen schweren Verkehrsunfall und muss anschließend mit einem durch Narben entstelltem Gesicht leben.

Authentischer, unsentimentaler Stil - dennoch oder gerade deshalb sehr anrührend.

 

 

P

 

 

Q

 

 

R

Radtke, Valerie:

Ich suche Liebe (Erinnerungen an die Kindheit)

Und wider alle Einsamkeit (Erinnerungen an die Jugend)

Ein wohl einmaliges Zeitdokument des entbehrungsreichen Lebens einer jungen Frau, die sich – 1913 geboren – als Dienstmädchen, Bauernmagd, Küchenhilfe und Kellnerin durchschlägt, sich der Prostitution verweigert, erst ins Kloster und dann in die Ehe flüchtet ...

 

Rahms, Helene:

Auf dünnem Eis (Kindheitserinnerungen)

Die Autorin, Jahrgang 1918, Journalistin, hat die vielfältigen Erinnerungen an ihre Kindheit im Köln der Weimarer Republik aufgeschrieben.

Ich wollte dieses Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Alltagssorgen, Spiele, Geldprobleme, Schulstunden, Konfirmationstag – ein „ganz normales“ Leben – liebevoll und mit einem Augenzwinkern beschrieben.

 

Reimann, Brigitte:

 - Ich bedaure nichts (Tagebücher 1955 bis 1963)

 - Alles schmeckt nach Abschied (Tagebücher 1964 bis 1970)

Die Lebensgeschichte einer lebenshungrigen, kompromisslosen Frau und gleichzeitig die ungeschminkte Schilderung von DDR-Alltag

Zählen zu meinen Lieblingsbüchern und zu den wirklich großen Tagebüchern der deutschen Literatur.

außerdem:

von Törne, Dorothea:

Brigitte Reimann Einfach wirklich leben (Biographie)

Eine gelungene Biographie!

 

 

S

Schrobsdorff, Angelika:

Du bist nicht so wie andre Mütter

Die Autorin rekonstruiert das wechselvolle Leben ihrer jüdischen Mutter mit Hilfe von Briefen und Erinnerungen. Fesselnd!

 

Strittmatter, Erwin:

Der Laden (Romantrilogie)

Die breit angelegte Familien-Saga einer Bäcker- und Krämerfamilie ist amüsante Dorfchronik und spannender Zeitbericht zugleich. Sie beginnt 1919 und endet in den Anfangsjahren der DDR. Das autobiographische Werk wird aus der Sicht von Strittmatters Alter Ego Esau Matt erzählt.

humorvoll geschrieben und trotz beachtlichem Umfang nie langweilig

 

 

T

 

 

U

Brentzel, Marianne:

Mir kann doch nichts geschehen ... (Biographie)

Das Leben der Nesthäkchen-Autorin Else Ury

Mit diesem Buch legt Marianne Brenzel eine überarbeitete und ergänzte Neufassung ihrer ersten Else-Ury-Biographie „Nesthäkchen kommt ins KZ“ vor.

Es liest sich wie ein spannender Roman – leider ohne Happy End. Empfehlenswert nicht nur für Nesthäkchen-Fans!

 

 

V

 

 

W

Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth von Brigitte Hamann

Für alle, die mehr über das Leben dieser umstrittenen Frau erfahren möchten, ist dieses Buch eine wahre Fundgrube.

Die Autorin hat nicht nur excellent recherchiert, sondern besitzt auch das Talent, große Historie auf unterhaltsame Weise zu einem spannungsreichen Text zu gestalten.

Für mich war besonders interessant: Winifred Wagner lebte als Kind einige Zeit mit ihren Pflegeeltern in meinem Heimatort – der Obstbausiedlung Eden bei Oranienburg!

 

Henny Walden (Biographie) von Silke Schütze

Memoiren einer vergessenen Soubrette

Die Autorin hat aus Tagebuchaufzeichnungen, Briefen, Liedtexten, Gedichten, Fotos, vielfältigen Recherchen, einer gehörigen Portion Zeitkolorit und noch mehr Fantasie die Biographie einer lebenslustigen Frau aufgeschrieben, die es im Berlin der zwanziger Jahre zu bescheidenem Ruhm brachte. Henny Walden war eine der vielen namenlosen Mädchen, die als Sängerinnen, Schauspielerinnen oder Tänzerinnen in den großen Städten ihr Glück suchten. Ohne dieses Buch hätten wir niemals etwas über sie erfahren. Was ich wirklich sehr bedauert hätte ...

 

Wander, Maxie:

Tagebücher und Briefe

Sammlung von Tagebuchtexten und Briefen einer leidenschaftlichen Frau mit großen Erwartungen ans Leben, das sich für sie leider viel zu früh vollendete. Gleichzeitig ist dieses Buch ein Stück DDR-Zeitgeschichte.

 

Die Wertheims (Geschichte einer Familie) von Erica Fischer/Simone Ladwig-Winters:

1875 eröffnet Abraham Wertheim in Stralsund ein kleines Manufactur- und Modewarengeschäft, 1884 wagt sein Sohn den Schritt nach Berlin, 1938 wird Wertheim „arisiert“, heute klagen die Nachfahren gegen den jetzigen Eigentümer KarstadtQuelle ...

Ein spannend geschriebenes Porträt der berühmten Unternehmerfamilie.

 

Wilson, A. N.:

Der Streuner

Ein Kater sitzt in der Sonne und erzählt seinem Enkel aus seinem Leben. Eine spannende „Katerautobiographie“!

 

Wimschneider, Anna:

Herbstmilch (Autobiographie)

Als die niederbayrische Bäuerin 1983 ihre Lebensgeschichte für ihre Kinder und Enkel aufschrieb, dachte sie noch gar nicht an eine Veröffentlichung. Das Manuskript gelangte auf Umwegen zum Piper Verlag. Und der machte es zu einem großen Erfolg!

 

Feyl, Renate:

Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit (Roman)

In diesem biographischen Roman leiht die Autorin einer bemerkenswerten Frau der Literaturgeschichte ihre Stimme: Caroline von Wolzogen, geborene von Lengfeld, geschiedene von Beulwitz, Schriftstellerin und Schwägerin von Friedrich Schiller.

Amüsant und einfühlsam geschrieben.

 

 

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